AKTUELL
Im Gegensatz zu den eingescannten Fotos und Gemälden, die auf den Web-Sites von Museen wie dem LOUVRE oder dem MUSEUM OF MODERN ART zu sehen sind, findet Netzkunst ausschließlich im Internet statt. "Der wichtigste Gegenstand von Netzkunst ist das Netz selbst", sagt Benjamin Weill, der Mitbegründer und Kurator von ADA 'WEB, einer Galerie im Internet. Ähnlich wie die Videokunst, die sich nur mit Videorecorder und Fernseher "materialisiert", ist auch Netzkunst nur online mit Computer und Modem zu besichtigen. War in den siebziger Jahren von Skulpturen die Rede, die "site-specific" (ortspezifisch) waren, so ist die Netzkunst "netzspezifisch".
Das REFRESH-PROJEKT des Moskauer Künstlers Alexej Shulgin arbeitet zum Beispiel mit einer selten benutzten Funktion des HTML-Codes, dem "Refresh"-Befehl: Wer eine Seite dieser internationalen Kollaboration ansurft, wird automatisch von einer Homepage zur nächsten weiterbefördert; die "refreshten" Daten kommen mal von einem Server in Moskau, dann aus Amsterdam, aus New York oder aus Berlin.
Shulgin thematisiert so nicht nur die ländergrenzenüberschreitende Natur des Internet, die diese Art von Kollaboration von Künstlern rund um die Welt überhaupt erst möglich macht. Er unterwirft auch die technischen Protokolle des Internet einer künstlerischen Prüfung.
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