Das "größte Nicht-Ereignis der Weltgeschichte" nannte es das US-Internet-Magazin "Wired News". Über "Panikmache" und "Hysterie" spotten Netznutzer in den Diskussionsforen des Internet. Und der russische Energieminister Adamow scherzte vor der Presse: In der Silvesternacht sei ihm die Schaufel beim Schneeschippen abgebrochen: "Das war sicher der Millennium-Bug."

In der Tat: Die Welt ist wegen des "Jahr-2000-Problems" in den letzten Tagen nicht untergegangen. Die Computerpannen hielten sich in überschaubaren Grenzen. Doch das ist kein Grund, sich jetzt über die Y2K-Mahner lustig zu machen. Auch wenn die Weltuntergangsprognosen einiger Warner in den letzten Monaten überzogen waren: ohne solchen Bühnendonner hätte ihnen wohl kein Mensch zugehört. Wenn ihnen niemand zugehört hätte, hätte sich auch niemand mit dem Problem beschäftigt. Und wenn sich niemand mit dem Problem beschäftigt hätte, dann säßen wir jetzt wirklich ohne Heizung und Strom im Dunklen.

Es sei dahingestellt, ob der Jahreswechsel bei den Unternehmen weltweit wirklich so reibungslos abgelaufen ist, wie sie jetzt behaupten. Ohne Not posaunt niemand eigene Computerprobleme aus. Ausgestanden ist die ganze Sache jedenfalls noch nicht: Kleine und größere Pannen stehen in den nächsten Monaten noch bevor, das nächste Mal wegen des Schaltjahres wohl am 29. Februar.