N. U. Unruh, bürgerlicher Name Andrew Chudy, auch bekannt als Andrew Unruh, wurde 1957 in New York, N.Y., als Sohn einer deutschen Veterinärmedizinerin und eines slowakischen Werkzeugmachers geboren. 1963 zog er mit seiner Mutter und Geschwistern zurück nach (West-)Berlin. Einer seiner Mitschüler im Friedenauer Paul-Natorp-Gymnasium war Christian Emmerich, heute bekannter unter seinem Künstlernamen Blixa Bargeld.
Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre als Klavierrestaurator beim Piano Salon Christofori in Amsterdam. 1980 gründeten der musikalische Autodidakt mit Blixa Bargeld, Gudrun Gut und Beate Bartel die Band Einstürzenden Neubauten, die heute zu den Pionieren der Industrial Music zählen.
Bis heute sind die Neubauten – in wechselnden Band-Line-Ups – dafür bekannt, dass sie Schrott zu Instrumenten und dann mit diesen Instrumenten zuvor ungehörte Musik machen. Die Mehrzahl der so entstandenen Instrumente stammen von N. U. Unruh, der darum als einer der wichtigsten Instrumentenbauer der jüngeren Geschichte der Popmusik gelten kann. Neben seiner Tätigkeit bei den Einstürzenden Neubauten hat er ein Soloalbum veröffentlicht und organisiert die Veranstaltungen „Beating The Drum“ und „Drum Klub“, bei denen er mit dem Publikum zu zeitgenössischer elektronischer Musik trommelt.
Am kommenden Wochenende (16./17./18.11) führen die Einstürzenden Neubauten im Pierre-Boulez-Saal ihren Liederzyklus „Lament“ auf, die für die Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs von der belgischen Stadt Diksmuide in Auftrag gegeben wurde.
In ihrer Heimatstadt Berlin hat es bis heute keinen vergleichbaren Kompositionsauftrag gegeben, obwohl die Neubauten den Sound und das Image der Stadt prägen wie wohl keine andere Band.