Jetzt muß man nicht mehr ausgehen, um Berliner Techno zu hören. Rechtzeitig zur Funkausstellung und der Zeitgeist-Messe "BerlinBeta" ist mit Klubradio ein neues Internet-Audio-Angebot ans Netz gegangen, das den Sound von sechs Berliner Clubs weltweit verbreitet: Klubradio sendet aus den Berliner Klubs Tresor, Maria am Ostbahnhof, WMF und dem OSTGUT. Das Projekt "streamt" 5 Klubnächte in der Woche live.
"Über das Internet eröffnet sich dem Klub eine neue Zuhörerschaft und die Herausforderung, das lokale Ereignis mit globaler Aufmerksamkeit zu verknüpfen", hieß es bei einer Pressekonferenz, die die Klubradio-Macher bei der BerlinBeta gaben. "Klubradio ist weltweit das einzige "Internet-Klub-Gateway" das im regelmässigen Livebetrieb das Programm mehrerer Klubs einer Stadt zusammenfasst."
Die Clubs leiten ihr abendliches Musikprogramm über eine ISDN-Leitung auf den Audio-Server von "Klubradio", von wo es in die ganze Welt verbreitet wird. So wird jeder Klub zum eigenen Sender, die wie Szenespartenkanäle bestimmte musikalische Vorlieben bedienen. Finanzieren soll sich das Angebot über Werbung, die auch in das laufende Programm eingeblendet werden kann. Bisher fehlen aber noch sowohl Unterbrecher-Spots, wie auch Werbebanner.
Zu den Machern des Webangebots, das ein betont schlichtes Interface hat, gehören Berliner Netizens, die schon seit Mitte der 90er Jahre an kulturellen Netzangeboten arbeiten: unter anderem Pit Schultz, Gründer der Netzkultur-Mailingliste "nettime" und Thomax Kaulmann, der ein Mitglied der aufgelösten "Internationalen Stadt" war und mit "Orang" bereits ein Musikarchiv im Netz betreibt, das aus dem "Radio Internationale Stadt" hervorgegangen ist. "Klubradio" kann auch als Fortsetzung von einigen älteren Berliner Projekten gelten: Zu den ersten Projekten der "Internationalen Stadt" gehörte das "Clubnetz", über das Raver in verschiedenen Clubs miteinander chatten konnten - zum Teil aus denselben Diskotheken, die jetzt über das "Klubradio" ins Internet streamen...