hatten entweder keine Lust, sich zu äußern oder einfach nichts zu sagen. Bei reflektierteren Köpfen wie Jeff Mills, Richie Hawtins oder Derrick May bedauert man es dagegen, dass ihnen nur eine Seite Text eingeräumt wurde. Hier ist das vor zwei Jahren erschienene

Das DJ-Handbuch

von Ralf Niemczyk und Torsten Schmidt eine bessere Quelle, die ausführlichere Gespräche mit bekannten Diskjockeys enthält. Wer es ganz genau wissen will, sei auf den Klassiker

Last Night a DJ saved my life

von Bill Brewster und Frank Broughton verwiesen, das es allerdings nur auf englisch gibt. Für diejenigen, die es nicht ganz so genau wissen wollen, ist

Raw Music Material

mit seinen beiden CDs eine gute Einführung in den State of the Art elektronischer Tanzmusik.

Jenseits der zum Teil schon wohlbekannten

Wie-ich-mein-erstes-Mischpult-bekam-Ich-habe-schon-jeden-Flughafen-in-Europa-gesehen

-Geschichten sind besonders die Statements einer der älteren Semester interessant. Derrick May, einst einer der artikuliertesten Techno-Propagandisten, klingt heute zum Beispiel recht resigniert:

You've got black kids in this country (den USA

Anm.) who won't come out and dance. They don't want to know about dance music. They are not even interested. Half of them don't even know it exists. It's the same shit all over the world, even in Africa. I have been to South Africa and the black folks don't want to know. Nobody has a black audience except for the r'n'b and rap crowd. I long for a black audience to hear my music. It hurts me to believe that black people are not down. Because I am black.

Walter Huegli und Martin Jaeggi: Raw Music Material - Electronic Music DJs today, Scalo Verlag Zürich 2003, Fotos von Arsène Saheurs, 120 Seiten und zwei CDs, 36 Euro, Website zum Buch: www.rawmusi

Hallo!

Unter:

http://www.rawmusicmaterial.com/media/mediacenter/mediaindex.asp

gibt es gute Bilder aus dem Buch zur Illustration.

Gruesse,

Tilman

Manche haben einfach nichts zu sagen

Ein Bilderbuch über DJs aus der Schweiz

Von Tilman Baumgärtel

Glückliche Schweizer! Sie haben so viel Geld, dass sich einfach machen können, was sie wollen. Da hat zum Beispiel die Stadt Zürich ein langweiliges Nachtleben. Was tun? Einfach einen Club aufmachen, und in fünf Jahren einen Gutteil der Corona teurer, internationaler Star-DJs einfliegen, und schon ist in Zürich Partytime. Ganz einfach. So ähnlich dürfte es wohl gelaufen sein beim Züricher Club Rohstofflager, denn hier hat sich wirklich alles, was gut und teuer ist den Tonarm in die Hand gegeben: In nur fünf Jahren wurden durch den Laden geschleust: Laurent Garnier, Luke Slater, Sven Väth, WestBam, Miss Kittin and the Hacker, Ricardo Villalobos, Cristian Vogel, Jeff Mills, LTJ Bukem, Ed Rush, Hell, Goldie und und und.

Und weil die guten Leute schon einmal in der Stadt waren, wurde von jedem gleich noch ein Foto gemacht und ein Statement entlockt. Dass die große Zeit der DJ- und Techno-Euphorie vorbei ist, hat die Besitzer des Rohstofflagers nicht davon abgehalten, diese nun in einem Buch zu veröffentlichen, das ein Schmuck für jeden Couchtisch sein dürfte:

Raw Music Material

ist ein schönes Bilderbuch über Diskjockeys und elektronische Musik. Anders als bei den meisten Büchern über Techno sind hier allerdings keine durchgeschwitzen Massen zu sehen, sondern nur sehr gute Portraits von den DJs

sämtlich nicht am Plattenteller aufgenommen, sondern vor dem Gig beim Herumlungern im Clubmobiliar.

So schön die Bilder sind, an den englischsprachigen Statements hätte man noch etwas arbeiten können. Einige der DJscmaterial.com

traits von den DJs

sämtlich nicht am Plattenteller aufgenommen, sondern vor dem Gig beim Herumlungern im Clubmobiliar.

So schön die Bilder sind, an den englischsprachigen Statements hätte man noch etwas arbeiten können. Einige der DJs

Unbenannt

usic. They are not even interested. Half of them don't even know it exist