Rettet die Iridium-Satelliten! Das fordert eine Gruppe amerikanischer Hacker und Ingenieure auf einer Website, die in dieser Woche ans Netz gegangen ist. Unter dem Motto "Save our Sats" wollen sie im Internet Geld sammeln, um das Satellitennetzwerk aufzukaufen. Die Kosten: 650 Millionen Dollar.
Das Unternehmen Iridium, das vor kurzem in Konkurs gegangen ist, hat in den vergangenen Jahren für schätzungsweise 14 Milliarden Mark 66 Satelliten in den Orbit geschossen, um weltweit drahtlose Kommunikation und Datenaustausch möglich zu machen. Mit teuren Iridium-Handys sollte man rund um den Globus telefonisch erreichbar sein.
Da sich weltweit nur 55 0000 Käufer einen Iridiumanschluss zulegten, erklärte die Firma, an der unter anderem Motorola Anteile hält, im August 1999 den Bankrott. Seither versucht sie, die aufgelaufenen Schulden zu bedienen. Bisher hat kein Unternehmen ein Angebot für die Satelliten unterbreitet. Wenn sich kein Käufer findet, will Iridium die Satelliten im All verglühen lassen.
Das wollen die drei amerikanischen Techniker Mike Emka, Jason Matthews und Christopher Neitzert verhindern. Für sie wäre es "ein Sakrileg", wenn die Iridium-Satelliten einfach im Weltraum verbrennen würden. Neitzert: "Es ist das erste weltweit flächendeckende Netzwerk. Es erreicht wirklich jeden Quadratkilometer auf der Erde. Wenn das Ganze verschwinden würde, wäre das eine riesige Verschwendung des Geldes von Motorola und des Steuerzahlers."
Über ihre Website versuchen die drei darum, 650 Millionen Dollar zu sammeln, um Iridium zu kaufen und die Satelliten der Weltbevölkerung zur Verfügung zu stellen - für die drei Ingenieure das "größte Open Source Projekt der Welt". Um Geld zu erlösen, sind sie eine Partnerschaft mit der Kredikartenfirma NextCard eingegangen: für jede Karte, die über die Site von "Save our Sats" beantragt wird, erhält die Initiative 50 Dollar. Wie viel Geld sie damit bisher eingenommen haben, wollen die drei Satellitenretter allerdings nicht sagen. (tel.)
SCHULEN ANS NETZ: Alle Schulen in Deutschland werden in Kürze den von der Telekom versprochenen kostenlosen T-Online-Zugang in Auftrag geben können. Die Antragsunterlagen für den Dienst T-School werden in diesen Tagen an alle staatlichen und staatlich anerkannten Schulen verschickt, berichtete die Telekom am Mittwoch in Bonn. Anfang Februar hatte Telekom-Chef Ron Sommer in Berlin angekündigt, sein Unternehmen werde alle 44 000 Schulen in Deutschland mit kostenlosen T-Online-Zugängen auf Basis von ISDN ausstatten. Neben dem entgeltfreien Online-Zugang fallen auch keine Bereitstellungs- und monatliche Grundgebühren an. (dpa)
GUTENBERG-BIBEL: Die Göttinger Universität hat mehrere Seiten der kürzlich von ihr digitalisierten Gutenberg-Bibel ins Internet gestellt. Mit Beginn der Ausstellung "Gutenberg und seine Wirkungen" am 24. Juni in Göttingen sei die Bibel unter www.gutenbergdigital.de komplett abzurufen. Nach Angaben der Universität fülle allein die Speicherung der Farbseiten 719 CD-ROM. (epd)